Geschichte
Dem Mecklenburgischen Urkundenbuch zufolge wurde das Dorf erstmals 1304 erwähnt und gehörte zum Ritterschaftsamt Neustadt. Eine Hälfte der Ansiedlung gehörte der ritterschaftlichen Familie Marin. 20 Hufe vergab aber Fürst Nikolaus II v. Werle 1306 an seinen Vasallen Johann v. Holstein. Aber erst 1470 erklärten die v. Holstein verbindlich, dass ihnen nur die eine Dorfhälfte gehöre. Ab 1469 hatte Otto Stute ebenfalls einige Besitzungen. Wiederum ein Teil davon ging 1501 auf Bernd v. Maltzan über. Bis 1508 erwarben auch die v. Blücher von den Stutes Besitzungen im Ort. Die Brüder Henning und Levin Marin (Ludorf und Groß Kelle) verkauften 1588, weil ihnen Marihn zu weit entfernt lag, einen Teil ihrer Begüterung an die Gebrüder v. Kosboth (Torgelow). Über einen weiteren Teil schlossen sie 1589 einen Tauschvertrag mit Christoph v. Kamptz ab. Dieser überließ 1597 den Tauschteil den Gebrüdern v. Holstein (Ankershagen). Später hatten die v. Voss (Groß Flotow) ebenfalls Eigentum in Marihn. Aber der Besitzerwechsel war noch nicht zu Ende. 1616 folgten die Lepel (Ludorf), 1625 dann die v. der Lanken. Anteile hatten außerdem Christoph Hahn 1630, Heinrich v. Bibow (Mollenstorf) 1648 – 1705 zuerst nur die damalige Meierei, denn das Gut wurde erst um 1700 wieder aufgebaut, Christian v. Blücher (Kittendorf) 1721, sowie Georg Ludwig v. Oertzen (durch Heirat mit v. Blücher, Kittendorf).

Er verpfändete seinen Besitz um 1730 an Le Fort (Möllenhagen). Zwischen 1754 und 1766 ließ er sieben der neun in Marihn ansässigen Bauern legen. 1786 waren auch die beiden letzten Bauern gelegt. 1804 kaufte Gustav Dietrich v. Oertzen (Federow) von den Brüdern Le Fort das Gut und war damit alleiniger Besitzer des Ortes. Einen Teil veräußerte er aber 1855 an Rose (Ave). 1874 wurde Christian M.T. Reichhoff Nachfolger. Er konnte das Gut mit 762 ha in ein Allodialgut umwandeln. Seit 1895 war Karl v. Rocheid (Pieverstorf) in Besitz von Marihn. Colin v. Rocheid musste während der Weltwirtschaftskrise 1931, 156 ha des Gutes an eine Siedlungsgesellschaft verkaufen. So entstanden ab 1933 neun Erbhofbauernstellen in Marihn. 1935 verkaufte v. Rocheid noch einmal 29 ha Land an die Siedlungsgesellschaft. Die anderen Ländereien blieben ihm bis 1945.

Quelle: "Gutsdörfer im Müritzkreis", 2004, Gerhild Meßner, Ernst-Ludwig Evers, Manfred Achtenhagen, S. 145

 

 

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